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 Nachricht

Polen


Da standen wir: vier Mädchen, acht Jungen und zwei Lehrerinnen am Bahnhof von Herzogenbusch. Freitag Morgen, mit Taschen und Koffern. Fertig für die lange Reise nach Krakow. Zum Glück lief alles wie am Schnürchen und als wir dann Samstag Morgen ankommen in Krakow sind wir alle zwar erleichtert, aber vor allem körperlich und seelisch fertig. Der Schlafwagen ist doch nicht so bequem wie das eigene Bett!
In der kommenden Woche wohnt jeder bei einer Gastfamilie und die werden wir jetzt treffen. Aber Sonntag Morgen sehen wir uns wieder, dann gehen wir mit den niederländischen Schülern zur ersten Exkursion:die Salzgruben. Dies war aber halb so schlimm, es war interessant zu sehen, was alles aus Salz gemacht werden konnte: in Salz geschnitzte Kobolde und Heilige in einem großen Kirchenraum. Abends trafen wir uns alle, als wir in irgendein Konzert gingen, das die polnische Schule veranstaltete.
Und dann kam Montag doch der erste Arbeitstag. Nachmittags waren wir alle beisammen auf dem Marktplatz und jeder sprach über seine Arbeit. Manche himmelhoch jauchzend ("ich muss nur zwei Stunden arbeiten!"), andere zum Tode betrübt ("ich muss den ganzen Tag diese Scheißarbeit machen!"). Da haben wir die Polen in die Kneipe mitgenommen, weil sonst nichts los war und glücklicherweise haben wir es recht gemütlich gehabt.
Am Dienstag und Mittwoch lief es eigentlich genauso, arbeiten und anschließend ein Treffen in einer duften Kneipe. So wurden wir wirklich ‘eingebürgert'. Jeder wusste wo der Kebab am leckersten (und am billgsten!) war und das wurde denn auch meistens zum Abendessen gegessen.
Donnerstag hatten wir unseren zweiten Ausflug, diesmal zum ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz. Jeder fand es sehr interessant und erschütternd.
Diesen Abend hatten wir eine große Fete (hieß es) aber es bedeutete etwa: Mann, an diesem Abend dürft ihr etwas länger ausgehen. Doch ließen wir uns den Spaß nicht verderben und es wurde supertoll. Vor allem, je mehr (billiges!) Bier getrunken wurde. An nächsten Morgen waren die meisten denn auch ziemlich kaputt. Der Gang zum alten Judenviertel von Krakow blieb nicht ganz ohne Kommentar ("Ja, der Fremdenführer spricht Französisch, also das kann ich nicht verstehen, dazu bin ich zu dumm!") aber es war doch interessant. Wir haben die jüdische Synagoge besichtigt und einige Stellen wo der Film ‘Schindlers List' gedreht wurde gesehen.
Abends bei der Abfahrt gab es einen großen Abschied, jeder winkte uns nach und dann mussten wir wieder die lange Reise zurück...
Samstag Nachmittag war jeder fast tot, aber zufrieden. Wir freuen uns schon auf die Woche wo die Polen hierher kommen, das wird unheimlich geil sein!
Merel ten Hacken