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 Nachricht

Tsjechien


Freitag Morgen, genau um 6 Uhr klingelte der Wecker. Unsere Reise nach Tschechien fing an um 6.55 Uhr ab Bahnhof Herzogenbusch.
Jeder war schön rechtzeitig da, sogar der Zug. Diesen Tag mussten wir dreimal umsteigen und es war unvermeidlich, aber unterwegs nach Deventer gab es eine Verspätung. Weil wir in Deventer wenig Zeit zum Umsteigen hatten verpassten wir unseren Zug nach Berlin und die Katastrophe war komplett als wir hörten, dass wir in Deventer drei Stunden warten mussten für den nächsten Zug: dafür waren wir also um sechs aufgestanden! Wir ließen uns den Spaß nicht verderben und wir haben einen sehr lustigen Morgen daraus gemacht. Ja, was konnte man sonst im nicht gerade aufregenden Deventer machen. Weil wir unseren Zug verpasst hatten waren unsere reservierten Plätze auch weg. Dies führte dazu, dass manche im Zug nach Berlin etwa fünfmal den Platz wechseln mussten.
Als wir in Berlin waren suchten wir schnell etwas zum Essen und dann wieder schnell zurück zum Bahnsteig. Der folgende Zug war nicht so besetzt wie der vorige, dadurch hatten wir ganze Abteile für unsselbst.
Als wir in Prag ankamen war es schon spät und wir konnten keinen Zug nach Nymburk mehr bekommen, aber zum Glück wurden wir mit dem privaten Kleinbus der tschechischen Lehrerin abgeholt. Am Bahnhof in Nymburk warteten unsere Partner schon auf uns, und wir konnten gleich mit ihnen mit nach Hause. Es war inzwischen ungefähr mitternacht, aber man bot mir sofort etwas zum Essen an und ich konnte eine Dusche nehmen. Wirklich sehr nett und gastfreundlich ist man dort. Meine Gastmutter war auch so lieb. Sie hatte sich nämlich an diesem Freitag auf einer Party den Knöchel verletzt, später stellte sich heraus, dass er gebrochen war, aber sie stand jeden Tag in der Küche und kochte für mich.
Das Wochenende verbrachten wir in der Familie. Ich bin in ein Dorf oberhalb von Nymburk gegangen um die Aussicht zu genießen und zu schwimmen in einem richtigen Schwimmbad.
Sonntag bin ich mit meiner tschechischen Gastgeberin, ihrer Schwester und ihrem besten Freund nach Prag gewesen. Das machte sehr viel Spaß, ich habe da allerhand gesehen. Unter der Brücke waren auch noch ganz gut die Linien zu erkennen von einer überschwemmung, die es da gegeben hat. Das gibt ein komisches Gefühl, aber es hat einen Rieseneindruck auf mich gemacht, genau wie der John-Lennon-Wall, das war eine Mauer worauf jeder seine Meinung oder seine eigenen Gedanken schreiben konnte.
An diesen zwei Abenden habe ich glücklicherweise einige Niederländer getroffen. Nicht dass die Gastfamilie nicht nett war, aber es ist doch auch schön, wieder mal Niederländisch zu sprechen.
Montag hatten wir einen Ausflug nach Prag mit der ganzen Gruppe und im Gegensatz zu hier in Holland gingen die Tschechen wohl mit. Leider war der Besuch an das Judenmuseum nicht ganz interessant. Es wurde zuviel erklärt mit zuvielen Einzelheiten, aber es war doch gemütlich. Nach der Mittagspause stand das Nationaltheater auf dem Programm. Das war ein ganz schönes Theater, sehr schön eingerichtet und groß.
Von Dienstag bis Donnerstag war es Zeit zum Arbeiten. An den meisten Praktikumsstellen konnten wir nicht viel selber machen, so ging es mir auch, obwohl ich alles im allen wohl ziemlich was gearbeitet habe. Auch hier gab es ganz nette Leute, obwohl nur einer Englisch sprach.
Nach der Arbeit haben wir noch einmal Volleyball gespielt mit der ganzen Gruppe und wir sind mit einigen Leuten zu einem Basketballspiel gegangen, das natürlich von der örtlichen Mannschaft gewonnen wurde. Auch haben wir noch einen Souvenirbummel in Prag gemacht.
Am Freitag machten wir wieder einen Ausflug. Diesmal zu einem alten Konzentrationslager. Persönlich fand ich es sehr beeindruckend, vor allem als wir in großen Räumen waren und wir hörten dass hier ungefähr 600 Menschen gewesen waren, während eigentlich nur Platz für höchstens 100 da war. Auf dem Rückweg fuhren wir an einem Tal entlang, wo ungefähr 10 cm Schnee lag. Da gab es einen schönen Aussichtspunkt und ein kleines Dorf.
Abends hatten wir unser letztes Abendessen in Tschechien, ganz gemütlich mit der ganzen Gruppe, aber wenn man an der falschen Seite saß, wie wir, bekam man kaltes Essen auf den Tisch. Natürlich waren wir jeden Abend mit einer ganzen Menge Leute verabredet und sind wir in Kneipen gegangen. An einem Abend haben wir auch noch mit einigen Leuten Bowling gespielt. Die Atmosphäre war sehr gemütlich und jedermann war supernett. Aber leider war es am Samstag Morgen um acht schon wieder Zeit zum Abfahren.
Diesmal verpassten wir zum Glück keine Züge. Wir waren aber doch spät zu Hause weil wir zwei Stunden in Berlin warten mussten, also besuchten wir dort den Berliner McDonalds. Jeder war auch wohl ein bisschen müde, denke ich, von der ganzen gemütlichen Woche. Also im Zug lag eine Menge Leute mit den Augen zu, um elf abends war jeder wieder froh dass er zu Hause war und dass die lange Reise zu Ende war. Jetzt hoffen wir, dass der Gegenbesuch mindestens so gemütlich wird, aber daran zweifle ich offen gestanden wenig...
Susette van Kasteren
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