Zweite Phase
Die ‘Tweede fase' ist die Bezeichnung für vor allem die neue didaktische Arbeitsweise in der Oberstufe Havo-Gymnasium. Das Ziel war, den Anschluss an die Hochschule und Universität zu verbessern. Eine der ersten Maßnahmen war denn auch die Sanierung des ‘Wildwuchses' in den Kombinationen der Prüfungsfächer. Von nun an müssen die Prüfungsfächer innerhalb von vier ‘Profilen' gewählt werden, die je anschließen an bestimmte wissenschaftliche Richtungen der Hochschulen und Unis. Daneben wird das Abitur anders gestaltet. Nach und nach ist man zu der Einsicht gekommen, dass es für eine erfolgreiche Laufbahn an der Uni oder Hochschule von großer Wichtigkeit ist, dass die Schüler selbständig und selbstverantwortlich zu studieren lernen. Das Schulexamen, ein wichtiges Teil des Abiturs, wird also nicht beschränkt auf das letzte Jahr, sondern erstreckt sich über die ganze Oberstufe. Am Ende der vierten Klasse (des 10. Schuljahres) werden schon einzelne Fächer abgeschlossen. Die Zahl der Fächer und Teilfächer wird erweitert und bei dem Angebot des Lernstoffes wird das Gewicht mehr auf Fertigkeiten gelegt, auf selbständige Verarbeitung und auf Zusammenarbeit und Präsentierung.
In das Tagesprogramm der höchsten Klassen sind sogenannte B-Stunden aufgenommen, verpflichtet eine pro Tag. Während dieser B-Stunden arbeiten die Schüler an ihren Aufgaben, nach eigener Einsicht entweder in aller Ruhe individuell oder mit anderen oder praktisch. Immer sind Lehrer der verschiedenen Fächer zur Verfügung für Beratung, Hilfe oder nähere Erläuterung. Bei diesen selbständigen Tätigkeiten wird die Rolle der Informationstechnologie (ICT) selbstverständlich größer. Die Lehrer und die Bücher sind nicht mehr die einzigen Quellen der Kenntnissen. Für einen stark zunehmenden Gebrauch der neuen Kommunikationsmittel, Computer, Internet, CD-Roms sind neue Einrichtungen vorhanden.
Am Ende der dritten Klasse (des 9. Schuljahres) wählen die Schüler aus den möglichen Richtungen: Natur, Gesellschaft oder das Profil Kultur & Gesellschaft. Die Wahl für ein Profil innerhalb der zwei Richtungen wird im Laufe oder am Ende der 4. Klasse getroffen. Der gesamte Umfang der Zweiten Phase wird ausgedrückt in Studierstunden (SLUs). Hiermit wird bezeichnet die Zahl der Stunden die ein Schüler erwartungsgemäß braucht um die Prüfung einer bestimmten Fächerkombination binnen drei Jahren abzuschließen. Für das Gymnasium beträgt die Anzahl der SLUs 4.800 Stunden (von 60 Minuten) in drei Schuljahren.